klickpunkt die online-Begleitung des “blickpunkt”,      Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf
neues Klima 2
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4. Juni 2016 | Neulich am Dalles Entgleisung der Gesichtsmuskulatur Samstagmorgen am Dalles, Informationsstand der DKP mit einer Ausstellung mehr oder weniger gelungener Plakate über (geplante) Taten und gefallene Worte der neu gebackenen Koalition. Alles ruhig, einige Marktbesucher schlendern vorbei. Kurze Gespräche hin und wieder. Leichte Erregungen über die Pläne der FDPFWSPD-Koalition, die Nachtflugverbots-Transparente abhängen und den Urhahn absägen zu wollen. Dann, Auftritt Ziegler, Burkhard, Chef der örtlichen Freien Wähler. Er betrachtet die Plakate, schmunzelt. Liest die Texte, grübelt. Beginnt, die wenigen Anwesenden, vorwiegend, aber nicht nur, Mitglieder der DKP, anzusprechen. Der Platz füllt sich mit Passanten, darunter einige Wahlgänger der Freien Wähler. Ferner Auftritt Alexander Best, Fraktionschef der SPD. Also prominenter Besuch bei Kommunisten. Na ja, wenn Ziegler spricht, dann kann’s dauern. Also wird er irgendwann unterbrochen, von einer kleineren, freundlichen Frau, Ursula Bleckwenn-Oldenburg, die Sprecherin der Bürgerinitiative für die Beibehaltung eines Einkaufmarktes am Allende-Platz. Sie wollte halt die Vorhaben der neuen Koalition kommentieren. Da erhält sie aber eine gepfefferte Antwort vom FW-Chef: ihm würde ja ständig ins Wort gefallen, sie möge ihn doch mal ausreden lassen. Also klassischer Fall von Gegner zum Täter machen und sich als Opfer darstellen. Frau Oldenburg war geplättet und damit erst mal ruhig. Bravo, Ziel erreicht, Herr Ziegler. Andere Herumhörende greifen auch in seine Kommentierung ein, die gleiche Szene, „hier kommt man ja nicht zu Wort“, wiederholt sich. Da wird’s einem zu bunt: „Diese Art von Rhetorik möge er mal beenden. Wer auf offenem Platz langatmige“, nicht unbedingt langweilige „Kommentare abgibt, muss sich schon gefallen lassen, in seinem Redefluss unterbrochen zu werden“. Zieglers Versuch, das hier-wird-man-ja-ständig-unterbrochen- Spiel zu wiederholen, scheitert kläglich, da ich der Rhetorik- Vorwurf prompt wiederholt wird. Uschi Oldenburg atmet auf… Um was geht’s denn überhaupt? Da hängt ein DKP-Plakat, auf dem sollte stehen „Ein Mann, ein Wort“, das ist etwas verhunzt (siehe Bild), aber egal, jeder versteht ’s. Darunter ein Zitat aus den Wahlaussagen und daneben ein aktuelles Zitat Zieglers zur Frage Erster Stadtrat, ja oder nein. Ziegler: „das habe ich so nicht gesagt“. Aus dem Publikum: „Sie sagten: ‚Ich stehe bereit‘. Wo ist der Unterschied?“. Ziegler, oh, das sei ein Unterschied. Kurze Diskussion über den vermeintlichen Unterschied zwischen Bereitstehen und Sein. Auf den Vorhalt, so hätt ’s in der Zeitung gestanden: Das sei kein Zitat der Zeitung von ihm, sondern ein Zitat aus einer Presseerklärung der Grünen, in welcher diese ihn falsch zitiert hätten und der Redakteur dieses falsche Zitat übernommen habe. Warum er denn dann nicht dementiert habe, das wäre doch sein gutes Recht, wenn er falsch zitiert worden wäre. Auf die Frage, was er denn nun tatsächlich gesagt hat, lenkt er ab: Die Frage, wer den Job des Ersten Stadtrats zukünftig machen werde, stehe doch noch gar nicht zur Debatte. Erst müsse Urhahn doch abgewählt werden. Dann haben die Freien Wähler das Vorschlagsrecht, bis dahin dauert ’s noch. Nicht schlecht gemacht Ziegler, aber wir haben ‘s schon gemerkt… Der zweite Aufreger am Dalles war das geplante Entfernen der Transparente an vier Stellen im Ort. Frage der Passanten und der Kommunisten, die dies mit ihren Plakaten anprangern: „Seid ihr gegen ein Nachtflugverbot?“ Nein, natürlich nicht. „???“ Aber was macht das für einen Eindruck am Rathaus „Gegen den weiteren Ausbau des Flughafens“ zu lesen. Nein, sie die Freien Wähler möchten eine neue Willkommenskultur. Der Besucher unserer Stadt soll doch einen positiven Eindruck von der Stadt und seinen Einwohnern gewinnen. Hier sei alles so negativ. „Sind wir Schuld am Fluglärm?“ wirft jemand ein. Nein, aber es gehe schließlich um eine neue Kultur mit neuer Mehrheit. Die Mehrheit der „Flughafengegner“ sei nun mal vorbei. Und dann kam das unschlagbare „Argument“ eines Vertreters der Freien Wähler. Er  zückt sein Smartphone: „Sehen Sie sich doch mal das an!“, zeigt ein beschmiertes Transparent. Das kann man doch nicht hängen lassen *). Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Abgang Ziegler und Freunde. Die weiteren Anwesenden kommentieren noch etwas verwundert dessen Auftritt. Wenn das die Demonstration des neuen Klimas war, können wir uns noch auf Einiges gefasst machen. *) Es wurde allerdings nur eines der vier Transparent von irgendeinem Deppen beschmiert. Ein Flughafenausbaugegner kann ‘s eigentlich nicht gewesen sein. Denn dann stünde da jetzt: „Für ein echtes Flugverbot“.
Neulich gesehen, an der Baustelle Waldenser-Schule
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4. Juni 2016 | Neulich am Dalles Entgleisung der Gesichtsmuskulatur Samstagmorgen am Dalles, Informationsstand der DKP mit einer Ausstellung mehr oder weniger gelungener Plakate über (geplante) Taten und gefallene Worte der neu gebackenen Koalition. Alles ruhig, einige Marktbesucher schlendern vorbei. Kurze Gespräche hin und wieder. Leichte Erregungen über die Pläne der FDPFWSPD-Koalition, die Nachtflugverbots-Transparente abhängen und den Urhahn absägen zu wollen. Dann, Auftritt Ziegler, Burkhard, Chef der örtlichen Freien Wähler. Er betrachtet die Plakate, schmunzelt. Liest die Texte, grübelt. Beginnt, die wenigen Anwesenden, vorwiegend, aber nicht nur, Mitglieder der DKP, anzusprechen. Der Platz füllt sich mit Passanten, darunter einige Wahlgänger der Freien Wähler. Ferner Auftritt Alexander Best, Fraktionschef der SPD. Also prominenter Besuch bei Kommunisten. Na ja, wenn Ziegler spricht, dann kann’s dauern. Also wird er irgendwann unterbrochen, von einer kleineren, freundlichen Frau, Ursula Bleckwenn- Oldenburg, die Sprecherin der Bürgerinitiative für die Beibehaltung eines Einkaufmarktes am Allende-Platz. Sie wollte halt die Vorhaben der neuen Koalition kommentieren. Da erhält sie aber eine gepfefferte Antwort vom FW-Chef: ihm würde ja ständig ins Wort gefallen, sie möge ihn doch mal ausreden lassen. Also klassischer Fall von Gegner zum Täter machen und sich als Opfer darstellen. Frau Oldenburg war geplättet und damit erst mal ruhig. Bravo, Ziel erreicht, Herr Ziegler. Andere Herumhörende greifen auch in seine Kommentierung ein, die gleiche Szene, „hier kommt man ja nicht zu Wort“, wiederholt sich. Da wird’s einem zu bunt: „Diese Art von Rhetorik möge er mal beenden. Wer auf offenem Platz langatmige“, nicht unbedingt langweilige „Kommentare abgibt, muss sich schon gefallen lassen, in seinem Redefluss unterbrochen zu werden“. Zieglers Versuch, das hier-wird-man-ja-ständig- unterbrochen-Spiel zu wiederholen, scheitert kläglich, da ich der Rhetorik- Vorwurf prompt wiederholt wird. Uschi Oldenburg atmet auf… Um was geht’s denn überhaupt? Da hängt ein DKP-Plakat, auf dem sollte stehen „Ein Mann, ein Wort“, das ist etwas verhunzt (siehe Bild), aber egal, jeder versteht ’s. Darunter ein Zitat aus den Wahlaussagen und daneben ein aktuelles Zitat Zieglers zur Frage Erster Stadtrat, ja oder nein. Ziegler: „das habe ich so nicht gesagt“. Aus dem Publikum: „Sie sagten: ‚Ich stehe bereit‘. Wo ist der Unterschied?“. Ziegler, oh, das sei ein Unterschied. Kurze Diskussion über den vermeintlichen Unterschied zwischen Bereitstehen und Sein. Auf den Vorhalt, so hätt ’s in der Zeitung gestanden: Das sei kein Zitat der Zeitung von ihm, sondern ein Zitat aus einer Presseerklärung der Grünen, in welcher diese ihn falsch zitiert hätten und der Redakteur dieses falsche Zitat übernommen habe. Warum er denn dann nicht dementiert habe, das wäre doch sein gutes Recht, wenn er falsch zitiert worden wäre. Auf die Frage, was er denn nun tatsächlich gesagt hat, lenkt er ab: Die Frage, wer den Job des Ersten Stadtrats zukünftig machen werde, stehe doch noch gar nicht zur Debatte. Erst müsse Urhahn doch abgewählt werden. Dann haben die Freien Wähler das Vorschlagsrecht, bis dahin dauert ’s noch. Nicht schlecht gemacht Ziegler, aber wir haben ‘s schon gemerkt… Der zweite Aufreger am Dalles war das geplante Entfernen der Transparente an vier Stellen im Ort. Frage der Passanten und der Kommunisten, die dies mit ihren Plakaten anprangern: „Seid ihr gegen ein Nachtflugverbot?“ Nein, natürlich nicht. „???“ Aber was macht das für einen Eindruck am Rathaus „Gegen den weiteren Ausbau des Flughafens“ zu lesen. Nein, sie die Freien Wähler möchten eine neue Willkommenskultur. Der Besucher unserer Stadt soll doch einen positiven Eindruck von der Stadt und seinen Einwohnern gewinnen. Hier sei alles so negativ. „Sind wir Schuld am Fluglärm?“ wirft jemand ein. Nein, aber es gehe schließlich um eine neue Kultur mit neuer Mehrheit. Die Mehrheit der „Flughafengegner“ sei nun mal vorbei. Und dann kam das unschlagbare „Argument“ eines Vertreters der Freien Wähler. Er  zückt sein Smartphone: „Sehen Sie sich doch mal das an!“, zeigt ein beschmiertes Transparent. Das kann man doch nicht hängen lassen *). Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Abgang Ziegler und Freunde. Die weiteren Anwesenden kommentieren noch etwas verwundert dessen Auftritt. Wenn das die Demonstration des neuen Klimas war, können wir uns noch auf Einiges gefasst machen. *) Es wurde allerdings nur eines der vier Transparent von irgendeinem Deppen beschmiert. Ein Flughafenausbaugegner kann ‘s eigentlich nicht gewesen sein. Denn dann stünde da jetzt: „Für ein echtes Flugverbot“.