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Schlachtung Urhahns
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Alfred J. Arndt 14. Mai 2016 | Unfertige Koalition arbeitet am Profil als FRAPORT-Fan Die Schlachtung des Urhahns Eine fertige Koalition habe man so direkt eigentlich noch nicht, heißt es aus Kreisen der neuen Mehrheit im Rathaus von Mörfelden-Walldorf, man arbeite noch daran. Aber man marschiert schon in strammer Gemeinsamkeit in Richtung auf eine Machtübernahme der Fraport-Fans in unserer Stadt, die jahrzehntelang weithin dafür bekannt war, dem unmäßigen Umweltfraß des Frankfurter Flughafens Grenzen gesetzt zu haben. Dabei spielt die SPD wieder ihre traditionelle Rolle als Verräterin an allen vormals eigenen Grundwerten und gibt gegenüber FW und FDP mehr Terrain auf als sie eigentlich müsste. Auch die CDU würde gerne mitspielen und hat sich die Taktik zurechtgelegt, durch Anbiederung an die sich formierende Koalition einen Platz auf dem Trittbrettchen zu ergattern. Einig sind sich Koalitionäre und CDU im Haß auf grüne und linke Politik, was sich deutlich in der Tragikomödie der Abschaffung des Umweltausschusses und der Streichung eines 2. Magistratssitzes für die DKP/LL zeigte. Hier schloß sich die CDU - die bislang geneigt war, aus lauter Trotz immer gegen die SPD zu stimmen, durchaus auch mal gemeinsam mit der DKP/LL - dem Raubzug der Koalitionäre an. Einig sind sich CDU und FWFDP auch im Haß auf die Person Franz Rudolf Urhahn - auch hier die SPD wieder in der Rolle des Verräters an einem lange gehegten und gepflegten Bundesgenossen. Wie und wann man aber die Schlachtung des Urhahns ins Werk setzt, darüber wird noch gemauschelt und gemunkelt. Klar ist: Burkhard Ziegler (FW) will im Zuge seines Rachefeldzuges für Urhahns herablassende Behandlung des Stadtkitabeirates (nichts anderes ist die Gründung der FW und ihr Einzug in die Stadtverordnetenversammlung) ein archaisches Stammesritual durchziehen: Er will Urhahn nicht nur vollständig besiegen und seinen Kopf rollen sehen, sondern auch noch seine Leber genießen (aber nicht mit ein paar Fava-Bohnen, dazu einem ausgezeichneten Chianti – ganz so kultiviert wie Hannibal Lecter ist er nicht), um dann selbst seinen Platz einzunehmen. Kalif werden anstelle des Kalifen, wie die Franzosen sagen, nach dem zum geflügelten Wort gewordenen Standardspruch aus den wundervollen Isnogud-Comics von René Goscinny. Hinderlich an der rituellen Schlachtung, Verspeisung und vollständigen Beerbung von Urhahn ist allerdings die eigene Wahlpropaganda, die an mehreren Stellen mit dem Einsparungs-Argument hantierte. Nach der Begründung der Magistratsverkleinerung mit der Behauptung, man spare damit 3,240 Euro im Jahr ein, käme es schon ein wenig blöd, einen Hauptamtlichen abzusägen, dem man Besoldung und Pension in sechsstelliger Höhe weiterzahlen müßte, plus dem vollen Gehalt für den Nachfolger. Denn dem Antrag der DKP/LL, den 1. Stadtrat nicht mehr hauptamtlich zu besetzen, wird man ja sicher nicht zustimmen wollen. Also wird man wohl noch ein paar Wochen ins Land gehen lassen, in denen man sich zunächst mit der Vernichtung der äußeren Symbole des Feindes beschäftigt: den Transparenten gegen die Flughafenerweiterung an öffentlichen Gebäuden der Stadt. Auch dies ein archaisches Ritual, ein wütender politischer Bildersturm, der seine Vorbilder in den Tempelschändungen der Antike und den modernen Denkmalsprengungen der Taliban und der ISIS findet. Wenn sich der Staub gelegt hat, kann man sich dann in Ruhe der Schlachtung des Urhahns widmen. Das Sommerloch nebst ablenkender Fußball-EM ist sicher ein guter Zeitraum für derlei. Es sei denn, dass die Freien Wähler die gleiche Ungeduld an den Tag legen, die sie eine (auch nicht gerade billige) vorgezogene Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung durchsetzen ließ, weil sie nicht die reguläre Sitzung am 7. Juni abwarten wollten, um ihre ersehnten Magistratssitze einzunehmen. Die CDU-"Opposition" wird sicher mitspielen, ob frühe Lösung oder spätere. Es ist eine Frage des Preises, den die werdende Koalition an die CDU zu zahlen bereit ist. Fortsetzung: Die Schlachtung des Urhahns 2.0
Dieses und weitere Transparente sollen aus dem Stadtbild verschwinden.
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Schlachtung Urhahns
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Alfred J. Arndt 14. Mai 2016 | Unfertige Koalition arbeitet am Profil als FRAPORT-Fan Die Schlachtung des Urhahns Eine fertige Koalition habe man so direkt eigentlich noch nicht, heißt es aus Kreisen der neuen Mehrheit im Rathaus von Mörfelden-Walldorf, man arbeite noch daran. Aber man marschiert schon in strammer Gemeinsamkeit in Richtung auf eine Machtübernahme der Fraport-Fans in unserer Stadt, die jahrzehntelang weithin dafür bekannt war, dem unmäßigen Umweltfraß des Frankfurter Flughafens Grenzen gesetzt zu haben. Dabei spielt die SPD wieder ihre traditionelle Rolle als Verräterin an allen vormals eigenen Grundwerten und gibt gegenüber FW und FDP mehr Terrain auf als sie eigentlich müsste. Auch die CDU würde gerne mitspielen und hat sich die Taktik zurechtgelegt, durch Anbiederung an die sich formierende Koalition einen Platz auf dem Trittbrettchen zu ergattern. Einig sind sich Koalitionäre und CDU im Haß auf grüne und linke Politik, was sich deutlich in der Tragikomödie der Abschaffung des Umweltausschusses und der Streichung eines 2. Magistratssitzes für die DKP/LL zeigte. Hier schloß sich die CDU - die bislang geneigt war, aus lauter Trotz immer gegen die SPD zu stimmen, durchaus auch mal gemeinsam mit der DKP/LL - dem Raubzug der Koalitionäre an. Einig sind sich CDU und FWFDP auch im Haß auf die Person Franz Rudolf Urhahn - auch hier die SPD wieder in der Rolle des Verräters an einem lange gehegten und gepflegten Bundesgenossen. Wie und wann man aber die Schlachtung des Urhahns ins Werk setzt, darüber wird noch gemauschelt und gemunkelt. Klar ist: Burkhard Ziegler (FW) will im Zuge seines Rachefeldzuges für Urhahns herablassende Behandlung des Stadtkitabeirates (nichts anderes ist die Gründung der FW und ihr Einzug in die Stadtverordnetenversammlung) ein archaisches Stammesritual durchziehen: Er will Urhahn nicht nur vollständig besiegen und seinen Kopf rollen sehen, sondern auch noch seine Leber genießen (aber nicht mit ein paar Fava-Bohnen, dazu einem ausgezeichneten Chianti – ganz so kultiviert wie Hannibal Lecter ist er nicht), um dann selbst seinen Platz einzunehmen. Kalif werden anstelle des Kalifen, wie die Franzosen sagen, nach dem zum geflügelten Wort gewordenen Standardspruch aus den wundervollen Isnogud-Comics von René Goscinny. Hinderlich an der rituellen Schlachtung, Verspeisung und vollständigen Beerbung von Urhahn ist allerdings die eigene Wahlpropaganda, die an mehreren Stellen mit dem Einsparungs-Argument hantierte. Nach der Begründung der Magistratsverkleinerung mit der Behauptung, man spare damit 3,240 Euro im Jahr ein, käme es schon ein wenig blöd, einen Hauptamtlichen abzusägen, dem man Besoldung und Pension in sechsstelliger Höhe weiterzahlen müßte, plus dem vollen Gehalt für den Nachfolger. Denn dem Antrag der DKP/LL, den 1. Stadtrat nicht mehr hauptamtlich zu besetzen, wird man ja sicher nicht zustimmen wollen. Also wird man wohl noch ein paar Wochen ins Land gehen lassen, in denen man sich zunächst mit der Vernichtung der äußeren Symbole des Feindes beschäftigt: den Transparenten gegen die Flughafenerweiterung an öffentlichen Gebäuden der Stadt. Auch dies ein archaisches Ritual, ein wütender politischer Bildersturm, der seine Vorbilder in den Tempelschändungen der Antike und den modernen Denkmalsprengungen der Taliban und der ISIS findet. Wenn sich der Staub gelegt hat, kann man sich dann in Ruhe der Schlachtung des Urhahns widmen. Das Sommerloch nebst ablenkender Fußball-EM ist sicher ein guter Zeitraum für derlei. Es sei denn, dass die Freien Wähler die gleiche Ungeduld an den Tag legen, die sie eine (auch nicht gerade billige) vorgezogene Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung durchsetzen ließ, weil sie nicht die reguläre Sitzung am 7. Juni abwarten wollten, um ihre ersehnten Magistratssitze einzunehmen. Die CDU-"Opposition" wird sicher mitspielen, ob frühe Lösung oder spätere. Es ist eine Frage des Preises, den die werdende Koalition an die CDU zu zahlen bereit ist. Fortsetzung: Die Schlachtung des Urhahns 2.0
Dieses und weitere Transparente sollen aus dem Stadtbild verschwinden.